Kaffee & Konfetti
#12 Hochsensibel im Kommunikationsmuseum
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Wie schaffst du Inspiration in deiner hochsensiblen Wahrnehmung um Glück zu erleben? Welche Rolle spielt der Zufall dabei? Und wie konnte Tracy Chapman damit Musikgeschichte schreiben? Marie geht los, das Kribbeln in ihrem Bauch zu verfolgen, während Holger dauerhaftes Konfetti produziert und am Ende unseres Wahrnehmungstausches im Berliner Kommunikationsmuseum fragt, wie verändern Tweets, die alle in 1 Minute abgesandt werden unsere Welt? 
INSPIRATION IN DER HOCHSENSIBILITÄT
Egal ob extrovertiert oder introvertiert, wir nehmen gleichwertig und gleichzeitig viele Impulse wahr. Eigentlich eine gute Voraussetzung für Inspiration.
In diesem Blogartikel wollen wir ein wenig die Bedingungen beleuchten, die inspirative Momente bei hochsensiblen Menschen auslösen können.
Dabei gehen wir davon aus, dass jeder in der Lage dazu ist, Momente der Inspiration zu erleben und das nicht nur zufällig, sondern mit Hilfe erlernbarer Kreativtechniken. Los gehts…
EXTROVERTIERTE MULTIPLE INSPIRATION
Die extrovertierte Wahrnehmung zeichnet sich häufig dadurch aus, dass eintreffende Informationen zusammengefügt und auf eine populärere (Meta) Ebene gehoben werden. Bedeutet das Gehirn arbeitet in einer hohen Taktfrequenz und ein Impuls geht über die bloße Information hinaus. Zum Beispiel bei der Betrachtung eines Ameisenhaufens kommen Gedanken über die Struktur und Organisationsform der emsigen Sechsbeiner. Wie verteilen sie Aufgaben? Warum tun sie das? Das ganze kann dann noch auf eine Metabene gehievt werden und die Frage kommt auf: ” Was können wir von den Ameisen lernen?” – Vielleicht schon die Idee für ein Projekt…ein Buch, eine Methode… . Und jetzt kommt der Knackpunkt: Das Gehirn findet sofort einen neuen Reiz. In der Verarbeitung von diesem wird ein ähnlicher Prozess initiiert wie bei den Ameisen. Passiert dies wieder und wieder befindet sich der extrovertiert Hochsensible vielleicht in einer dauerhaften Inspiration. Die Quantität der inspirierten Menge kann jedoch zur Belastung werden, da die Einfälle nur so purzeln und die einzelnen Ansätze nicht weiter verfolgt werden
Extrovertierte Inspiration konzentrieren durch Reduktion
Was tun um an einer Inspiration dran zu bleiben, sie zu verwirklichen und ganz entscheidend, darin Glück zu erfahren? Versuche zu widerstehen innerlich von einem Impuls zum anderen zu rennen. Atme aus und bleibe im Moment. Sich eher in ein Thema zu vertiefen, so wie Marie das in der Radioaustellung gemacht hat. Gut möglich, dass das zunächst Angst machen kann. Warum? Weil man vielleicht etwas verpassen könnte. Aber wie wir gesehen haben, hat Marie den Kosmos Radio in seiner Vielfältigkeit erlebt. In unterschiedlichsten Formen: Sprechen, anfassen, anschauen, hören. Sie hat ihre Inspiration konzentriert, konnte sich so einlassen und hat eine Glückserfahrung gemacht ohne sich zu begrenzen. Sie hat sich der Kreativtechnik der Reduktion bedient.
Kreativität und Technik?
Zwei Begriffe die sich für den einen oder anderen vielleicht ausschließen. Der eine freigeistig und wild, der andere funktional und kontrolliert. Wir denken jedoch, dass sie einander brauchen. Kreativität benötigt Richtung und Ziel, sonst bleibt sie ein Luftschloss. Technische Prozesse brauchen entgegen emotionale Motivation, um sie lebendig werden zu lassen. Kreativität und Technik können sich also gut die Hand reichen. Dabei ist Zeit, um eine Erfahrung zu machen, entscheidend. Es funktioniert (leider) nicht wie ein Rezept, lohnen tut es sich aber allemal.

Tipp:

Wenn du dazu noch etwas lesen magst, dann ist vielleicht dieses Buch interessant : Denkwerkzeuge von Florian Rustler
INTROVERTIERTE ANNEHMENDE INSPIRATION
Der eher introvertiert Hochsensible neigt gelegentlich dazu ein paar “Sicherheitsscheuklappen” aufzusetzen, einfach weil es häufig so viel ist und es eine Befürchtung der Überreizung gibt. Ganz normal ist das. Sich zu vertiefen, fällt ihnen häufig relativ leicht. Hier heißt die Kreativtechnik “Mehrere Impulse erst eimal annehmen”. Klingt simpel und ist dennoch fordernd. Denn das System geht vielleicht schnell in den Notmodus, wenn zuviele Impulse auf einen zukommen. Und wie lässt man zu bzw. sich auf viele Impulse ein? Folgendes schlagen wir vor. Erst einmal schauen und betrachten und sich dabei auf den unmittelbar sinnlichen Eindruck konzentrieren. So kannst du herausfinden, wo es dich wirklich hinzieht und das ist vielleicht etwas ganz anderes als du dir vorgestellt hast. Das kann sehr aufregend sein, denn du weißt nicht was passiert. Und hier kommt eine Idee, wie du das in einem geschützten Rahmen tun kannst. In einem Geschäft mit Dingen, die du sehr magst (Bücher, Blumen, Möbel etc.), bewegst du dich durch den Laden, siehst dir die Dinge an und wenn es krabbelt im Bauch oder im Kopf, dann widme und vertiefe dich. Deine Intuition wird dich nicht im Stich lassen. Versprochen.

Tipp:

Marie erzählt Eingangs unseres Podcast #12 Hochsensibel im Kommunikationsmuseum von Tracy Chapmans legendärem Konzert. Das kannst du hier selbst nochmal erleben.

Fragen:

Hast du jetzt Fragen? Wir freuen uns auf deine Gedanken:  fraguns@sensibelhochzwei.de
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