Kaffee & Konfetti
#13 Hochsensibel auf der Raststätte
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“Wenn die Welt auf Raststätten organisiert werden würde, wäre die Welt friedlicher”, meint Holger. Wir sind an einem Nichtort. An einer Raststätte, um genau zu sein. Der Kantine des Lebens und finden das Glück in dem Beschreiben statt zu Werten. Eine Kunst, die man übrigens lernen kann, um ein bißchen wieder das Kind in sich zu finden das staunt über alle Eindrücke egal wo, egal wann. 

Bonbonniere aus einer alten Zeit von Oma, Opa oder Eltern – auf unzähligen deutschen Rasthöfen zu finden. 

Vom Glück und Glücksverhinderer

Hochsensibles Glück zu erleben, ist nicht ganz einfach wie viele von uns wissen. Ein Glücksverhinderer ist die hohe Dichte an intensiven Impulsen, die verarbeitet werden wollen, aber manchmal nicht verarbeitet werden können. Denn jeder innere oder äußere Impuls löst Emotionen aus, vernetzt diese miteinander und fordert Aufmerksamkeit. Die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen und auch die richtige Einstellung für die jeweilige Situation zu finden, braucht schon eine gewisse Erfahrung mit sich als hochsensibler Mensch. Tiefes Erleben, was durch die feine sensible Wahrnehmung möglich ist, scheint in überstimulierenden Situationen fern, obwohl deine Antennen bereits signalisiert haben, das Glückserleben durchaus möglich wäre. Oft entwickelt sich aus dem Erahnen von Glück, aber nicht wissen, wie man es erreicht, ein Dilemma. 

Mach das Glück doch mal beschreibbar

Was kann in dieser Situation helfen? Das Beschreiben von Situationen, Umständen und Gedanken, die uns täglich beschäftigen ohne diese gleich zu werten bzw. abzuwerten, bringt Distanz zwischen dich und einen Impuls, eine Situation, Menschen oder einen Gedanken. Klingt schwierig, ist es aber nicht. Lerne es aus einer anderen Perspektive dies zu betrachten. Nehmen wir dafür ein Zitat des Wortakrobaten Carl Valentin, der einmal sagte:

Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit

Bedeutet: Betrachte das Beschreiben statt Werten doch mal als eine Kunst, die eben viel geübt werden muss.

Schauen wir dafür noch einmal in den aktuellen Podcast “Hochsensibel auf der Raststätte”: Wir saßen an einem Platz, an dem wir durch eine Scheibe direkt den Eingang sehen konnten. Und dann passierte Folgendes: Eine ganze Busladung an Menschen betrat die Raststätte. Das erste Gefühl könnte dies hier sein: “Oh mein Gott, die zerstören die angenehme Ruhe, es wird laut, dazu noch überfüllt. Das fühlt sich überhaupt nicht gut an.” Körperliches Unwohlsein und kreisende (negative) Gedanken könnten die Folge sein.

  1. Versuche jetzt statt der Wertung eine Distanz zwischen dich und die Situation zu bringen. Denn das hilft, dass dich deine Emotionen nicht überrumpeln
  2. Atme aus
  3. Und konzentriere dich auf das was du durch deine Sinne wahrnehmen kannst. Was siehst, hörst oder auch riechst du? Zurück zum Beispiel aus der Raststätte: “Da sind 20 Menschen und sie haben alle ein Ziel. Sie möchten eine Pause machen. Interessant ist, dass die Männer fast alle Karohemden tragen und viele der Frauen gefärbte Haare haben.”

Die Beschreibung macht die Bedrohung zum Phänomen und so wirst du in die Lage versetzt, dass es vielleicht komisch, interessant oder zumindest nicht mehr so bedrohlich für dein Wohlbefinden ist. Praktizierst du dies viel und öfters, erlernst du nach und nach eine Kunst, die dich unterstützt Grenzen zu ziehen, Eigen- und Fremdwahrnehmung besser zu verstehen und vor allem, dich mehr als hochsensiblen Menschen auszubalancieren, um den Fokus auf das Wichtige zu legen: Dich besser in deiner Hochsensibilität zu verstehen.