Kaffee & Konfetti
#11 Hochsensibel in der S-Bahn
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Wie verschwindest du in deinem Kopf? Holger tut dies liebend gerne im Tagträummodus, während sich Marie erlaubt, Menschen und ihre Körpersprache wie eine Detektivin auszulesen. Mit Folge 11 starten wir in den neuen Challengezyklus und suchen das hochsensible Glück des anderen diesmal in der S-Bahn. Angelehnt an das erste Kapitel unseres Impulsbuches “JUHU, endlich hochsensibel?” erlauben wir uns das, was wir am Liebsten in unserer Hochsensibilität tun: Tagträumen und Körpersprache auslesen.

WIE HOCHSENSIBLE TAGTRÄUMEN

Autor: Holger Foest

Am Tag als ich meine Hochsensibilität entdeckte, erlaubte ich mir Tagzuträumen. Was für ein JUHU! Aber warum Tagträumen wir eigentlich und wie geht das von statten?

1. Wir und zwar jeder Mensch ob hochsensibel oder nicht tagträumt mehr als dass er bewusst erlebt.

2. Beim Tagträumen verarbeitet unser Gehirn Impulse, Situationen, Geräusche, visuelle Eindrücke, innerliche Einflüsse etc. – konkret nimmt sich das Gehirn Zeit die Ablage abzuarbeiten

3. Fazit: Tagträumen ist notwendig, gerade für hochsensible Menschen, da sie quantitativ mehr Reize und qualitativ intensivere Reize verarbeiten (müssen). Außerdem ist es enorm individuell, jeder tagträumt anders, später noch etwas mehr dazu.

Beim Tagträumen können schon mal die Würfel auf dem Sitz nach unten fallen.

Elemente des Tagträumens

Als ich Kind war, wohnten wir in einer Wohnung ganz oben an einer lauten mehrspurigen Straße. Ich war vielleicht 4 Jahre alt und folgendes habe ich liebend gern gemacht: Ich saß am großen, für mich riesigen Fenster und betrachtete Details. Blätter, Regentropfen auf der Scheibe, eine besondere Lichtreflektion. Nach Zeit einiger Vertiefung in ein Detail, wie z.B. einen Regentropfen landete ich in meinem Kopf z.B. im Land der Regentropfen. Nach außen hin wirkte ich wie auf STAND-BY. Und eben verloren in Details im äußerlichen STAND-BY-MODUS, erlebte ich Schutz, denn ich hatte die Möglichkeit Impulse zu verarbeiten und mein System somit auszugleichen. Das war meine innere Festivität. Als ich älter wurde, veränderten sich die Anforderungen an den Jugendlichen. Präsenz, Wachheit und Konzentration wurden gefordert. Und das Tagträumen wurde für Jahre zu einem unliebsamen Stiefkind, bis ich JUHU! meine Hochsensibilität entdeckte und das Tagträumen als wunderbare Qualität zurückerobern durfte.

Wenn du auf das rosa Kreuz klickst, erfährst du mehr über die einzelnen Elemente des Tagträumens.

Details
So viel und so wenig. Ein Fleck auf einem Tisch. Die Betrachtung einer Kachel, ein Käfer, der über ein Fenster krabbelt. All das kann für (introvertiert) hochsensible Menschen ein Anlass zum Tagträumen sein. Diese Anlässe sind überall zu finden. Spannende Frage ist welche Bedingungen dafür notwendig sind. Kannst du das in der Öffentlichkeit? Oder benötigst du einen ruhigen Ort zu Hause oder in der Natur? Die Frage ist ganz persönlich zu beantworten. Aber vielleicht hilft die Anregung zu überlegen, wo du körperliche Ruhe erlebst. Denn körperliche Entspannung ist eine Grundvoraussetzung für das Tagträumen. Entspannung kann auch Bewegung heißen wie bei Marie, die jeden Morgen ihren Kreativ-Sparziergang macht, um tagzuträumen. Schau, welche Bedingungen für dich passen
Stand-By Modus
Bist du vertieft in ein Detail. Ist es vielleicht so, dass der (introvertiert) hochsensible Mensch abdriftet, abtaucht. Und hier ist folgendes wichtig und gleichsam fordernd. Sich zu erlauben, dass man die Außenwelt für einen Moment vergessen kann. Und zwar um eben jene Außenwelt zu verarbeiten. Entspannung in sich zu schaffen und sich eben dann wieder frisch der Außenwelt widmen zu können. Tagträumen ist nicht nichts tun, sondern ein innerer, notwendiger Prozess, der chronische Überstimulation vorbeugen kann.
Schutz
Schutz ist ein elementares menschliches Bedürfnis und in der Hochsensibilität spielt Schutz eine überdurchschnittlich große Rolle, da wir immer eine nicht zu unterschätzende Leistung erbringen, um uns mit spezifischen Außenbedingungen auseinanderzusetzen und uns anzupassen. Und Tagträumen kann durchaus als ein Schutzwerkzeug verstanden werden. Vertiefst du dich in Details, schweifst ab in einen scheinbaren STAND-BY-MODUS, dann bist du geschützt, sammelst Kraft sowohl physisch und auch mental. Und Ausgeglichen sein, das macht glücklich.

Was ist beim Tagträumen alles möglich?

Auf jeden Fall richtig viel mit grenzlosen Möglichkeiten…

  • Du reitest auf einem Einhorn
  • Du fliegst mit einem Raumschiff
  • Du sitzt mit deinen besten Freunden am Meer mit Rotwein und Oliven
  • Du bist eine Maus und kriechst durch einen leckeren Löcherkäse
  • Die Welt färbt sich rot, grün oder blau
  • Die Menschen um dich herum fliegen auf einmal in Seifenblasen durch den Raum
  • oder oder oder jeder tagträumt anders und jeder Tagtraum ist gut und richtig, egal wie er aussieht
Und wie verschwindest du in deinem Kopf?