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Wie schaffst du Inspiration in deiner hochsensiblen Wahrnehmung um Glück zu erleben? Welche Rolle spielt der Zufall dabei? Und wie konnte Tracy Chapman damit Musikgeschichte schreiben? Marie geht los, das Kribbeln in ihrem Bauch zu verfolgen, während Holger dauerhaftes Konfetti produziert und am Ende unseres Wahrnehmungstausches im Berliner Kommunikationsmuseum fragt, wie verändern Tweets, die alle in 1 Minute abgesandt werden unsere Welt?

Inspiration ist immer möglich

Inspiration ist ein großes Wort. Es handelt von Eingebungen, plötzlichen kreativen Einfällen, etwas unerwartetes was plötzlich in den Kopf kommt. Als hochsensible Menschen sind wir durch feine und intensive Reizverarbeitung meist relativ schnell inspiriert. Inspiration ist auf jeden Fall so gut wie immer möglich auf keinen Fall ein Hexenwerk, dass bestimmten Personen vorbestimmt ist. Wir wollen euch hier erzählen wie ihr eurer Inspiration ein wenig nachhelfen könnt.

Tausendundeine Möglichkeit

Wie ihr ja in unserem Podcast schon mitbekommen habt sind wir (Marie 🙋‍♀️ und Holger 🙋🏻‍♂️)  enorm unterschiedlich in unserer Art der Wahrnehmung und zeitgleich auch nicht, sonst würden wir uns A nicht so gut verstehen und B ist es so, dass wir einfach sehr unterschiedlich mit den vielen Reizen umgehen, die auf uns eintreffen. Und so kann Inspiration auch auch ganz unterschiedlich aussehen. Im Kommunikationsmuseum gibt es einen großen Bildschirm und der zeigt an, wie viele Twitternachrichten in Echzeit auf  der ganzen Welt abgesetzt werden. Wir beide stehen jedesmal aufs neue (und wir waren schon sehr oft im Kommunikationsmuseum) fasziniert wie Kinder davor als würden etwas betrachten, was wir noch nie zuvor gesehen haben. Genau genommen stimmt das auch, denn die Darstellung auf dem Bildschirm ist immer anders.

Extrovertierte  Inspiration

Marie in ihrer eher extrovertierten Wahrnehmung saugt die Impulse auf wie ein Schwamm. Jede Information enthält eine unendliche Fülle von Details. Ihr Gehirn arbeitet in einer enormen Taktfrequenz. Beim Autofahren zum Beispiel schaut sie häufig aus dem Fenster und beschreibt, was sie sieht. Werbebotschaften, ein besonderer Laden, eine Baustelle…und bringt diese scheinbar völlig getrennten Dinge in ihrem Kopf zu einem stimmigen Zusammenhang. Im Buchladen des Kommunikationsmuseums sah sie eine Postkarte und einen Augenblick später hatte sie eine Idee für eine eigene Reihe von Postkarten mit philosophischen Botschaften, die andere Menschen inspirieren könnte, kurze Zeit später griff sie zu einem Buch , es bitzelte und die Idee für ein eigenes Buch war geboren. So könnten wir das vermutlich ewig weiterführen, aber wie kann sie (oder andere eher extrovertiert hochsensible Menschen) diese Inspiration jetzt nutzen. Das Thema bei Marie ist Fülle. Fülle der Ideen und damit am Ende nicht tausend Ideen vor ihr liegen gibt es eine einfache Technik.

Reduktion

In unserem Podcast hat Marie es gemacht. Sie hatte ja die Aufgabe sich ein Thema zu suchen und sich darin zu vertiefen und das Glück zu suchen. Um das zu tun musste sie vielen Versuchungen widerstehen. In der kleinen Radioaustellung hat sie das dann geschafft. Sie hat ihr Tempo verlangsamt, vielleicht etwas tiefer geatmet und sich so einer von vielen Möglichkeiten etwas intensiver gewidmet. Das kann vielleicht erstmal Angst machen. Warum? Na ja, sie könnte etwas ganz tolles verpassen. Aber sie hat es geschafft und in dem einen Thema hat sie dann wieder vielen Möglichkeiten gefunden das Medium Radio zu erfahren: Sprechen, anfassen, anschauen, hören. Durch die Kreativtechnik der Reduktion hat sie viele glückliche Momente erfahren können.

Introvertierte Inspiration

Holger hat meist ein bisschen die Befürchtung von Überreizung. Also setzt er ein paar “Sicherheitsscheuklappen” auf. Sich zu vertiefen fällt ihm und anderen eher introvertiert hochsensiblen eher leicht. Im Gegensatz zu Marie hat er nicht die Angst etwas zu verpassen, sondern, dass er von zu vielen Impulsen gereizt wird, die ihn am Ende zu sehr ablenken. Also braucht er eine andere Kreativtechnik: Annehmen. Das klingt jetzt vielleicht sehr simpel. Ist es aber gar nicht. Auf der Suche nach der einen Sache, in die er sich dann vertieft stellt er sich die Aufgabe erst einmal auch die Fülle an Impulsen anzunehmen, so besteht die Möglichkeit herauszubekommen, wohin es ihn wirklich zieht. Und manchmal ist das etwas ganz anderes als man sich vorgestellt hat. Das kannst du überall mal probieren: Im Buchladen, im Möbelgeschäft oder auch im Museum…viel Glück
Tipp:
Marie erzählt Eingangs unseres Podcast #12 Hochsensibel im Kommunikationsmuseum von Tracy Chapmans legendärem Konzert. Das kannst du hier selbst nochmal erleben.
Fragen:
Hast du jetzt Fragen? Wir freuen uns auf deine Gedanken:  fraguns@sensibelhochzwei.de
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